19.05.2026
Selbsthilfe, die Wurzeln schlägt
Patenschaften für ein grünes Wohnumfeld
Der Vorgarten ist die Visitenkarte eines Hauses – er prägt den ersten Eindruck und trägt entscheidend zur Atmosphäre eines Quartiers bei. Um kleinere Grün- und Pflanzflächen noch attraktiver zu gestalten und damit Bewohner mit „Grünem Daumen“ dabei eigene Ideen einbringen können, setzt die WG Schuckert künftig verstärkt auf die genossenschaftliche Idee der Selbsthilfe: Mitglieder übernehmen Patenschaften für ausgewählte Flächen in ihrem Wohnumfeld.
Pilotprojekt startet in Lichtenhof
Den Auftakt bildet das Pilotprojekt „Grüne Genossenschaft“ im Wohnquartier Lichtenhof entlang der Frankenstraße. „Unser Ziel ist es, dass sich die Bewohnerinnen und Bewohner noch stärker mit ihrer Wohnanlage identifizieren und ihr direktes Umfeld aktiv mitgestalten“, erklärt Vorstand Sebastian Schuster. Die Initiative knüpft bewusst an den Ursprungsgedanken der Genossenschaft an: gemeinschaftliches Handeln, gegenseitige Unterstützung und Verantwortung füreinander und das genossenschaftliche Eigentum.
Kosten dämpfen und Qualität steigern
Neben der gestalterischen Aufwertung spielt auch ein wirtschaftlicher Aspekt eine Rolle. Angesichts stetig steigender Bewirtschaftungs- und Nebenkosten sowie erhöhter Erwartungen an das Wohnumfeld kann gemeinsames Engagement helfen, Ausgaben zu reduzieren und gleichzeitig die Umgebung zu verschönern. „Wenn wir als Gemeinschaft Verantwortung übernehmen und selbst mit anpacken, können wir Kosten dämpfen und gleichzeitig die Qualität unseres Wohnumfelds steigern“, so Schuster.
Freude an der Gestaltung
Wichtig ist dabei: Die WG Schuckert unterstützt die engagierten Mitglieder organisatorisch und fachlich – etwa durch Beratung, gemeinsame Planung, Materialabstimmung und begleitende Aktionen. „Wir möchten, dass unsere Mitglieder Freude an der Gestaltung der Grünflächen haben. Deshalb stehen wir ihnen mit Rat und Tat zur Seite“, betont Schuster.
Das Miteinander stärken
Bereits im Dezember 2025 wurden potenzielle Flächen erfasst und eine Umfrage unter den die Bewohnerinnen und Bewohner durchgeführt. Rund 30 Rückmeldungen sind eingegangen, acht Mitglieder haben konkretes Interesse bekundet. Eine Patenschaft kann allein oder gemeinsam mit Nachbarinnen und Nachbarn übernommen werden – auch das stärkt das Miteinander im Quartier.
Gemeinsame Pflanzaktion zum Auftakt
Gesagt, getan: Es wurden Ideen gesammelt, im April gab es einen Workshop, gefolgt von einer gemeinsamen Pflanzaktion Mitte Mai. Jetzt übernehmen die Patinnen und Paten die regelmäßige Pflege – vom Gießen über das Entfernen von Unkraut bis hin zur Sauberhaltung der Flächen.
Lebendige Genossenschaft
Jede blühende Fläche wertet nicht nur das Quartier auf, sondern schafft auch Lebensraum für Insekten und Pflanzen – und zeigt zugleich, wie lebendig der genossenschaftliche Gedanke der Selbsthilfe heute noch ist.